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Oberbadisches Volksblatt, 8./9. July 2000


 
»Ich war und bin sein größter Fan«
 

»Ich war und bin sein größter Fan«

Ein Portrait von Marianne, der Witwe des berühmteten dänischen Designers Verner Panton

Von Ingrid Carell

In Schweden war sie eine der ersten Frauen am Steuerknüppel eines Flugzeugs, und eigentlich wollte sie Pilotin werden doch dann kam alles ganz anders: Marianne Pherson-Oertenheim hatte sich das Bein gebrochen. Auf Teneriffa, im Haus einer Freundin, war sie 1961 nach einem Vespa-Unfall zur Rekonvaleszenz. Auf Teneriffa machte auch Verner Panton den ersten Urlaub seines Lebens.

War es wirklich nur das Haus, das den dänischen Architekten und Designer, der schon einen guten Namen in Europa hatte, interessierte, oder doch mehr die attraktive Schwedin im Liegestuhl? Ob er sich wohl mal das Haus ansehen könne? Natürlich! Er kam, sah und siegte, und drei Jahre später arrangierte Verners Freund Lüber eine große Hochzeit in Schloss Binningen in Baselland.

Gemeinsam waren Verner und Marianne schon 1963 nach Basel gezogen. Hier hatte Verner Panton in Willi und Rolf Fehlbaum mit der Vitra-Stuhlfabrik nicht nur Interessenten für seinen Freischwinger aus Kunststoff, den berühmten »Panton-Chair« gefunden, sondern auch Freunde. »Der Stuhl hat uns von Anfang an begleitet. Wir waren eigentlich immer zu dritt: Verner, das Modell und ich«, lacht Marianne Panton. Einmal waren sie selbstdritt bei Fehlbaums. Da stand der Prototyp, der erste Freischwinger aus einem Guss. Es kam jemand dazu und setzte sich: Da krachte das Möbel zusammen. »Die Geschichte stimmt«, bestätigt Marianne Panton. »Denn erst war der Stuhl ganz, dann war er kaputt und Verner ließ ihn reparieren. Aber wer sich darauf setzte, das weiß ich nicht mehr.«

In den achtziger Jahren wurde es plötzlich stiller

»Die Sechziger und Siebziger Jahre waren eine aufregende, sehr abwechslungsreiche und farbenfrohe Zeit«, sagt Marianne Panton. »Verner war so ein bisschen der Star des Design, er brachte Farbe und Licht in die Wohnungen.« Marianne, deren Hobby auch Bauarchitektur und Design ist, hielt ihrem Mann, nachdem er 1967 weltweit bekannt geworden war, die profanen Dinge des Lebens vom Hals. Da sie auch eine Handelsschulausbildung hatte, führte sie sein Büro, kümmerte sich um Rechnungen, Buchhaltung, Korrespondenz und Steuererklärungen, spielte Chauffeur, damit Verner entspannt am Bestimmungsort ankam, war immer dabei, wenn er unterwegs war, führte aber natürlich auch den Haushalt mit Tochter Cissi aus erster Ehe und der gemeinsamen Tochter Carin.
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Im Haus in Binningen war auch Verner Pantons Büro, das sich mittlerweile sehr vergrößert hatte und schon lange nicht mehr von Marianne allein geführt werden konnte. 1978 kam die dänische Innenarchitektin Rina Troxler als Sekretärin ins Büro. Marianne und Rina waren schon nach kurzer Zeit Freundinnen. Sie sind es heute noch. Anfang der achtziger Jahre wurde es stiller um Verner Panton. Die Ölkrise machte Kunststoff zum Luxusartikel, die Ökowelle propagierte Jute statt Plastik, das Büro schrumpfte immer mehr, bis nur noch Rina Troxler übrig blieb.Damals wurde Rina die Assistentin meines Mannes, erzählt Marianne Panton. <> Verner Panton übetrug Rina die Ausführung seiner Entwürfe<> erinnert sich Marianne Panton. <>

Verner Panton sprühte ständig vor Ideen<> Verner wollte immer nur entwerfen, wenn es fertig war, dann war es für ihn Schnee von gestern. Das war natürlich auch finanziell nicht so einfach. Wir waren ständig auf der Suche.<< Dabei war nicht nur Mariannes Kritik und Zustimmung gefragt: Verner legte sehr viel Wert auf die Meinung seiner Frau zu seinen Entwürfen. Aber sie kam nie in Versuchung, selbst etwas zu entwerfen.<
»Verner hat übrigens auch mit Johann Wolfgang von Goethe etwas gemeinsam: Verner hat ein Buch über Farben geschrieben: Notizen zur Farbe. Er hat seine Psychologie der Farben entwickelt - rot ist Sex und Kraft, gelb bedeutet Fröhlichkeit und die Hoffnung auf.Freiheit, blau wirkt entspannend, grün sinnlich, schwarz ist Dunkelheit und weiß neutral.« Das kleine Büchlein enthält viele Aphorismen und Lebensweisheiten von Verner Panton: »Das Auswählen von Farben darf kein Spiel sein« oder »Farben haben einen Sinn und eine Funktion« oder »Alles in unserer Umgebung hat eine Farbe, nur Wasser und Schnaps sind farblos«. Das Büchlein erschien 1991 und etwas erweitert und gebunden 1997 - ein Jahr vor seinem Tod.

Das Rollenspiel in der 'Öffentlichkeit ist nicht ihr Ding

Der kam überraschend und mitten in der Arbeit. »Wir bereiteten eine Installation vor und waren in Dänemark, in unserer kleinen Wohnung in Kopenhagen mit Blick auf den Hafen. Wir hatten gefrühstückt und ich ging zum Einkaufen. Als ich nach Hause kam, fand ich meinen Mann tot. Und in zwölf Tagen sollte die Ausstellung in Dänemark stattfinden.« Die Fehlbaums erwiesen sich da als wahre Freunde. Rolf Fehlbaum half, wo er konnte, gab Tipps und als die Installation später auch nach London ging, war er mit seiner Familie dabei.

Marianne Panton lässt sich nicht gern fotografieren, sie bleibt überhaupt lieber im Hintergrund und steht nicht gern in der Offentlichkeit. Das hat sich seit September 1998, seit dem Tode ihres Mannes, gründlich geändert.

Pausenlos muss sie Rede und Antwort stehen, nachdem im Februar die erste umfassende Retrospektive von Verner Panton im Vitra Design Museum in Weil am Rhein eröffnet wurde. Sie ist dauernd in Sachen Panton-Design unterwegs, kommt kaum zum Atemholen. Gerade hat sie mit Stefan Drechsle ein neues Projekt auf den Weg gebracht: Der Lörraeher Spezialist für Orientteppiche wird Entwürfe für Teppiche von Verner Panton in Lörrach realisieren. Und es klingt fröhlich, wenn Marianne Pan tön sagt: »Bei allem steht er neben mir - Verner ich war und bin sein größter Fan.«

Marianne Panton hat Platz genommen auf dem berühmten Stuhl »Panton-Chair« ihres verstorbenen Ehemannes. Die Kubusse sind ebenfalls von Verner. Fotos: Carell
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Picasso der Designer Un sedile d´aria md-article: Wire Chairs for Outdoor-by Panton for Plus-Linje md-article about the project of an administration building News from Cologne md-article about Storz&Palmer-series Kaufhof-article about Panton`s "Wohnlandschft" md-article about WEGA 3300HiFi Stacks of room Article SCHÖNER WOHNEN- Globus Magazine about Verner Panton`s "Wohnlandschaft" article STERN, 23.07.1967 md-article about upholstered furniture by Verner Panton "Kölnisches Tagebuch", 24.Januar 1968 - No.20  Flair-Magazine, 1969 "Blatt für alle", 1969 "FORM" No.46, 05/69 Article New York Times, 1969 "Wie halten Sie's mit dem Weihnachtsbaum?" Schweizer Illustrierte, 28.02.1972 "Was ihn umgibt hat er für andere entworfen" "Stuhl-Kunst von Verner Panton" Raum: article about the Art Chairs Kempinski-Journal, Issue 03/83 Schweizerische Handelszeitung, 16.10.1986 HÄUSER "Finanzwirtschaft"-Magazine, 19.09.1990 ELLE Interior 01/95 Article Ambiente Issue 1/97 Spiegel Special, No.5/1997 Designreport 10/98 Article in "BWIEBASEL", issue 1/99 Article in "Sonntagszeitung Trend" Hjerteforeningens Boerneklub Oberbadisches Volksblatt, 8./9. July 2000 article "Tagesanzeiger", 5. february 2000 Article Basler Zeitung, 3./4. february 2001 Article "Sonntagszeitung" 27. July 2003 Brigitte 02/2005-"VERNERS VISIONEN" Verner-Panton-Weg