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Schweizerische Handelszeitung, 16.10.1986


 
Verner Panton - Picasso unter den Designern
 

MAGAZIN

Savoir vivre - Reisen

Nr. 42
SCHWEIZERISCHE

Verner Panton: Picasso unter den Designern
von Lore Kelly

«Bunt ist meine Lieblingsfarbe»

Glühende Farben und freche Form das sind nicht nur Spiegel der Seele und men - so sind die phantasiegeladenen Wohnwelten von einem der bekanntesten designer der Welt, dem in Basel lebenden Dänen Verner Panton. Ausdruck sozialer Zwänge, sie sind denen Wohnwelten von einem auch Symbole der Zeit. In Pantons Haus in Basel ist jedes Zimmer eine abenteuerliche Wohnlandschaft. In der Welt, dem in Basel lebenden Dänen Halle umgibt den Besucher sanftes ronen Verner Panton. Was er tut tes Licht, das aus den Wänden zu ströund tat, alles appelliert an unsere men scheint und Wärme und GeborSinne - seine Möbel seine Far- genheit signalisiert. Die Zimmer, jedes ben seine Textilien seine Lam- einzelne, ein Erlebnis.

Er ist ein Provokateur, ein Märchenerzähler und Visionär....

«Der schlimmste Vorwurf, den man mir machen könnte, wäre der, ich hätte einen Stil entwickelt. Das würde ja bedeuten, dass ich aufgehört habe zu experimentieren», behauptet der vollbärtige Däne schmunzelnd und augenzwinkernd, der jederzeit, sogar in den Ferien, eine ungetrübte Lust am Experimentieren an den Tag legt. Seine Konstruktionsart wurde von der Bauhausbewegung beeinflusst. Gropius sagte, was Panton denkt: «Bunt ist meine Lieblingsfarbe.» Einfallsreich, kühn und atemberaubend seine Formen.

Panton ist überzeugt, dass unsere Wohnungen keinen ausgeprägten Stil zu haben brauchen, aber sie sollen von der Eigenart des Besitzers geprägt sein. Der Architekt schafft nur die eine Hälfte der Wohnung, der Mensch, der in ihr lebt, die andere Hälfte.

Farben beeinflussen das Lebensgefühl

Für Panton haben Farben eine elementare Bedeutung. Immer und überall herrscht Farbigkeit. "Ich bin nie begeistert über meine Ideen, sondern immer unzufrieden mit dem, was ich entwerfe, deswegen bin ich immer auf der Suche nach Neuem", betont Panton freimütig. Meist arbeitet er mit parallelen Farben, deren Töne im Spektrum des Regenbogens nebeneinander liegen. Die richtige Farbplanung ist für Panton von grosser Wichtigkeit. Farben seien ja nichts Unveränderliches. Farben haben grossen Einfluss auf das Lebensgefühl. Im Übergang vom Tages- zum Kunstlicht verändern sie ihren Charakter. Licht spielt für ihn eine sehr grosse Rolle.

Den Individualismus fördern

L.K. - Verner Panton ist ein dänischer Designer und Architekt. Er lebt seit über 20 Jahren in Basel, wo er als Designer tätig ist. Seine Ausbildung genoss Verner Pan ton in Dänemark. Er studierte Architektur an der Odense Technical School und an der Royal Academy of Fine Arts in Kopenhagen. Schon früh begann sich Pan ton mit Inneneinrichtungsgegenständen und der Gestaltung von Ausstellungen zu befassen. Er entwickelte einen eigenen Stil, bei dem der Gebrauch der Farbe und die Suche nach neuen Formen die beherrschenden Elemente sind. Schon immer suchte Panton nach Möglichkeiten, aus dem Herkömmlichen auszubrechen und sich neue Materialien und Herstellungsmethoden nutzbar zu machen. Seinem Entwurfsbüro beigefügt ist eine «ForschungsWerkstatt», die es ihm erlaubt; seine Studienprojekte sofort zu verwirklichen. Er hat im Louvre ausgestellt und das berühmte Bayer-Schiff in Leverkusen, BRD, eingerichtet und das Verlagshaus von Grunder und Jahr in Hamburg. Er gewann den Rosentha1Studio-Preis und dreimal den Preis für «gute Form» der BRD. So richtig berühmt hat ihn der «Panton-Stuhl» )957 gemacht. Ein Stuhl ohne Beine, aus einem Stück Kunststoff Von ihm wurden eine halbe Million verkauft. Obwohl man Pan ton in erster Linie als Möbeldesigner kennt, entwarf er in den letzten Jahren hauptsächlich Textilien und Lampen. Gegenwärtig arbeitet Verner Panton für den Schweizer Textilverlag Mira X an einer neuen Kollektion von Raumtextilien. Daneben entwirft er Möbel, zum Teil Neuentwicklungen, aber auch Weiterentwicklungen, neue Lampen und andere Gebrauchsgegenstände. Der Umsatz der PantonKollektion seit 1970 beträgt international weit mehr als 150 Mio Fr.

Auch die Struktur des Materials beeinflusst das Empfinden. So können ein grober Stoff und eine glänzende Emailplatte technisch gesehen die gleichen Farben haben. Und doch wirken sie völlig verschieden. Er wagte bei seinen Entwürfen immer keck das Neue, enttarnte die nüchternen Nur-Zweck-Produkte und versetzte jedermann in Staunen, wie seine bunte Wohnwelt ein neues Wohngefühl vermitteln konnte.

Panton interessiert sich vor allem für die neuen Kunststoffe der chemischen Industrie, die er spielerisch für die Herstellung von Möbeln nutzbar macht. Wenn er auf Messen oder ganz zufällig im Alltag ein neues Material sieht, stürzt er sich sofort in die Arbeit, ins Experimentieren.

Kugelförmige Gebilde

Panton blies Plastikhüllen zu einem Haus auf, dessen tragendes Element kompromierte Luft ist, und baute ein Halbkugelhaus aus dreieckigen Fertigteilen, schweisste aus Plexiglas Sitzmöbel und aus transparenter Kunststoffolie Lufthocker , die sich zu Liegen kombinieren lassen. Der einfallsreiche Künstler entwickelte eine Fernseh-Radio-Phono-Kombination, deren Bild und Ton übertragende Elemente als kugelförmige Gebilde von der Decke herunterbaumeln. Er entwarf eine Stockwerkliege, in der man Wohnen in verschiedenen Höhen geniessen kann und die Wohnwelt aus unterschiedlichen Perspektiven erforscht. Er meint, dies wäre ein Weg, der zum dreidimensionalen Wohnen hinführt. Mit einfachen geometrischen Mitteln hat Panton ungewöhnliche Resultate erzielt, z.B. sein weltbekannter Tütenstuhl. Die Grundform ist ein auf den Kopf gestellter Kegel, gefertigt aus punktgeschweisstem Drahtnetz oder aus dünnen, stoffbespanntem Stahlblech. Die Tütenstühle wurden in New York vor Jahren für die Polizei zum Ärgernis, sie prangten im Schaufenster einer verkehrsreichen Strasse und faszinierten die Autofahrer so sehr, dass sie zu starker Verkehrsbehinderung führten ...
INHALT 7. BUND

Verner Panton - Picasso unter den Designern
Die Liste enthält lediglich eine Auswahl an Artikeln und erhebt somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Picasso der Designer Un sedile d´aria md-Artikel:Drahtstühle für draussen - von Panton für Plus Linje md-Artikel über das Projekt für ein Verwaltungsgebäudes News from Cologne md-Artikel über die Storz&Palmer-Serie Kaufhofartikel über Pantons Wohnlandschaft md-Artikel über WEGA 3300HiFi Stacks of room Artikel in SCHÖNER WOHNEN-Wohnen auf höherer Ebene Globus Magazine über Verner Pantons Wohnlandschaft STERN-Artikel, 23.07.1967 md-Artikel über die Polstermöbel von Verner Panton "Kölnisches Tagebuch", 24.Januar 1968 - Nr.20 Flair-Magazin, 1969 Blatt für alle, 1969 "FORM" Nr.46, 05/69 Artikel in der New York Times, 1969 Wie halten Sie's mit dem Weihnachtsbaum? Schweizer Illustrierte, 28.02.1972 "Was ihn umgibt hat er für andere entworfen" Stuhl-Kunst von Verner Panton Raum: Artikel über die Art Chairs Kempinski-Journal, Heft 03/83 Schweizerische Handelszeitung, 16.10.1986 HÄUSER Finanzwirtschaft-Magazin, 19.09.1990 ELLE Interior 01/95 Artikel Ambiente Heft 1/97 Spiegel Special, Nr.5/1997 Designreport 10/98 Artikel aus BWIEBASEL, Heft 1/99 Artikel in Sonntagszeitung Trend Hjerteforeningens Boerneklub Oberbadisches Volksblatt, 8./9. July 2000 Tagesanzeiger, 5.Februar 2000 Artikel Basler Zeitung, 3./4. Februar 2001 Artikel aus der Sonntagszeitung, 27. July 2003 Brigitte 02/2005-VERNERS VISIONEN Verner-Panton-Weg