Raum: Artikel über die Art Chairs
Eine Metamorphose....
Der «s-chair» (1955) von Verner Panton hat formal und herstellungsmässig....
Eine Metamorphose
Der «s-chair» (1955) von Verner Panton hat formal und herstellungsmässig seinerzeit grosses Aufsehen erregt. Er erhielt viele Auszeichnungen und steht heute in den wichtigsten Design-Museen. Leider war die serielle Herstellung zu aufwendig, die Kosten zu hoch.
Die verwandelten «s-chairs» wurden erstmals im letzten Jahr in der Kunstgalerie Asbeak in Kopenhagen gezeigt. Während der Art 82 standen sie dann bei Rösch in Basel im Schaufenster - also einem breiten Publikum zugänglich. Sie erregten Aufsehen, besonders jüngere Leute fragten nach dem Preis. Sie konnten sich die Stuhl-Fragmente zum Wohnen vorstellen. Diese Reaktion freute Verner Panton besonders. Denn, so meinte er, es gehe ihm nicht um gewichtige Kunstwerke, sondern um echte Gebrauchskunst - Anreiz und Denkanstoss gegen die so langweilige Wohnwelt. «Beim Wohnen soll man doch Spass haben!» Dieses Anliegen vertritt Verner Pan ton seit vielen Jahren. Leider bleiben seine neuen Stuhlobjekte für die meisten ein zu teurer Spass. Die Herstellung der Rohform ist nach wie vor sehr aufwendig, dazu kommt die Handarbeit (einige Formen weisen über 16 m Kanten zum Sägen und Feinschleifen auf). Von den zwanzig Stuhlobjekten bleiben dreizehn Unikate. Die Kosten hoch, der Stuhl zudem als Gebrauchsgegenstand zu schwer, so dass die Produktion eingestellt wurde. Jetzt hat Verner Panton zwanzig S-Stuhl-Rohformen mit der Stichsäge formal verändert, leichter gemacht-jede ist ein Unikat.
Panton zu Stuhl-Kunst umgesägt
1 Verner Panton entwirft die neue Form. Der Stuhl soll als Stuhl benutzbar bleiben.
2 Die Schablone wird auf die Rohform des «s-chairs» montiert.
3 Allfällige Korrekturen werden direkt am Objekt besprochen.
4 Mit der Stichsäge wird die Form ausgesägt. Einige Stühle haben über 16 Sägemeter.